Vom 18. bis 20. Mai 2026 hat in Berlin die re:publica unter dem Motto „Never Gonna Give You Up“ stattgefunden. Wir als Team von Liquid Democracy waren mit dabei und haben uns vom vielfältigen Programm inspirieren lassen, uns mit spannenden Personen ausgetauscht und wieder neuen Optimismus geschöpft. Hier kommt ein kurzer Rückblick.
May 26, 2026
Liquid Democracy auf der re:publica 2026
Unser Kollege Janek, Projektleiter der Beteiligungsplattform mein.Berlin.de, war am Mittwoch beim Berlin-Stand anzutreffen. Unter dem Motto „Berlin.Gemeinsam.Digital“ präsentierten sich dort die Senatskanzlei, das CityLAB Berlin und ein mobiles Bürgeramt, bei dem die re:publica-Besucher:innen Bürgeramtsangelegenheiten erledigen und sich über digitale Verwaltungsangebote informieren konnten. Auch das Kiezradar, der von uns entwickelte Partizipations-Finder auf mein.Berlin.de, wurde hier vorgestellt.
Unser aktuelles Projekt Zukunft D war mit einem Panel zu politischer Medienbildung im Programm vertreten. Susanne Eggert, Rebecca Wienhold, Seyran Bostancı und Özgür Özvatan (Moderation) zeigten anhand von konkreten Good-Practice-Beispielen auf, wie politische Medienbildung gelingen kann und welche strukturellen Rahmenbedingungen es braucht, damit sie nicht nur gefordert, sondern dauerhaft ermöglicht wird.
Panel: „Und wenn sie nicht gestorben sind“ Oder welches Happy End politische Medienbildung in diesen Zeiten braucht
Weitere interessante Denkanstöße, die uns im Gedächtnis bleiben, gab es viele. In ihrer Eröffnungs-Keynote „How Silicon Valley is Reshaping the World - via AI“ legte Karen Hao den Fokus auf das KI-Empire im Silicon Valley: Wachstum um jeden Preis, mit teils dramatischen Folgen für Arbeiter:innen (Stichwort Content Moderation), die Umwelt, unsere Gesellschaft und Demokratie. Ihr Plädoyer: Wir brauchen nicht die großen „KI-Raketen“ der Tech-Giganten, sondern einfach mehr „KI-Fahrräder“, die im Kleinen wirken und gerechter verteilt sind.
Auch zu Open-Source und Souveränität besuchten wir mehrere Sessions. „Es kann keine digitale Souveränität geben, wenn es keine Alternativen gibt“, sagte Dr. Lena Dornheim, als sie zusammen mit Prof. Dr. Jürgen Pfeffer den gemeinsam entwickelten Souveränitäts-Score vorstellte. Auch der Digitalminister Karsten Wildberger hielt im Gespräch mit Markus Beckedahl fest, dass die Verwaltung weiterhin zu abhängig von proprietären Lösungen sei: „Das ist keine Souveränität, sondern Komfort.“
Passend zum diesjährigen Motto hat uns die re:publica wieder einmal gezeigt, dass wir weiterhin dranbleiben müssen, um eine digitale Gesellschaft zu gestalten, die solidarisch ist. In Zeiten von KI-Giganten, Polarisierungs-Algorithmen und digitaler Gewalt brauchen wir wirksame Gegenentwürfe und den aktiven Einsatz für Vielfalt, Teilhabe und Menschlichkeit.