Rund 60 % der über 10.000 Bürgermeister:innen in Deutschland arbeiten ehrenamtlich – oft zusätzlich zum Hauptberuf und zur Care-Arbeit. Sie tragen Verantwortung für ganze Kommunen, haben aber kaum Zeit für aufwendige Prozesse. Traditionelle Austauschorte wie Vereine oder Kirchengemeinden fallen zunehmend weg. Digitale Bürgerbeteiligung bietet eine wertvolle Chance, Bürger:innen direkt einzubinden und Vertrauen in die lokale Demokratie zu stärken – vorausgesetzt, der Einstieg ist niedrigschwellig genug.
Genau hier setzt unser Projekt „ehrenamt.plus" an: Wir begleiten fünf ehrenamtliche Bürgermeister:innen bei der Umsetzung eines eigenen Beteiligungsprojekts für ihre Kommunen – mit persönlicher 1:1-Betreuung und unserer langjährigen Expertise in digitaler Bürgerbeteiligung.
ehrenamt.plus
- Zeitraum:
- März 2026 - Dezember 2027
- Partner:
- Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt
Als technische Grundlage nutzen wir unsere Open-Source-Plattform adhocracy+, die seit 2019 kostenlose, DSGVO-konforme Beteiligung ermöglicht. Bisher wird sie vor allem von hauptamtlichen Verwaltungen eingesetzt, die Zeit und Personal in das Aufsetzen von Prozessen investieren können. Ehrenamtliche Bürgermeister:innen verfügen über beides nicht. Deshalb entwickeln wir adhocracy+ im Rahmen dieses Projekts gezielt weiter – mit dem Ziel, die Nutzung so einfach zu gestalten, dass sie auch unter den Bedingungen des Ehrenamts gelingt.
Damit stärken wir eine Zielgruppe, die zentrale Verantwortung für lokale Demokratie trägt, aber nur begrenzte Ressourcen hat. Wenn digitale Beteiligung in kleinen Kommunen gelingt, erleben Bürger:innen direkt, dass ihre Stimme zählt. Die fünf Bürgermeister:innen werden so zu Multiplikator:innen – und können andere in ihren Gemeinden zu mehr Beteiligung motivieren.